Die Deutsche Freiheitsbibliothek

Der Mantel der Geschichte

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Menschen und Bücher im Widerstand gegen den Faschismus

Am 10. Mai 1934 – ein Jahr nach den Bücherverbrennungen in Deutschland – begann in Paris die ›Deutsche Freiheitsbibliothek‹ ihre Arbeit. Zentrale Figur war der Publizist Alfred Kantorowicz. Zahlreiche Geistesgrößen im Exil beteiligten sich, nicht zuletzt Heinrich Mann als Präsident. Die Bibliothek war nicht nur Treffpunkt und Ort der Sammlung, sie war eine Institution, die gegen die Unterdrückung des freien Wortes,des freien Geistes kämpfte, über die Verbrechen der Nationalsozialisten aufklärte und das „andere Deutschland” in der Öffentlichkeit lebendig hielt. Vielschichtig war das breite Fundament der Freiheitsbibliothek, politisch und rassisch Verfolgte aus dem Einflußgebiet nationalsozialistischer Herrschaft und Antifaschisten aus den angrenzenden Ländern.

Sie alle einte für einige Jahre der Kampf für die Freiheit und gegen den Faschismus. Nach dem Scheitern der Volksfront und der Niederlage im Spanischen Bürgerkrieg, an dem viele Protagonisten der Bibliothek teilgenommen hatten, geriet deren Betrieb ins Stocken. Offenbar haben die französischen Behörden bereits 1939 – noch vor dem deutschen Einmarsch am 10. Mai 1940 (!) – die Bestände der Bibliothek beschlagnahmt. Über deren Verbleib ist so gut wie nichts bekannt.


 

Der Mantel der Geschichte

Mit unterschiedlichen Aktionen wird das Projekt ›Freiheitsbibliothek‹ schlaglichtartig beleuchtet: mit künstlerischen, dokumentarischen und unterhaltenden Veranstaltungen zu den Themen ›Exil in Frankreich‹ und ›Exilliteratur‹. Anläßlich des 80. Jahrestages der Eröffnung der ›Freiheitsbibliothek‹ will die Initiative Buchkultur dieses einmalige Projekt dem Vergessen entreißen, den Mantel der Geschichte lüften, der in unterschiedlicher Weise in beiden deutschen Staaten darüber ausgebreitet wurde. 

Im Stadtmuseum Ludwigshafen werden vom 10. Mai 2014 bis 15. Juni 2014 verschiedene Installationen zu sehen sein. Wir zeigen eine Sammlung sehr seltener Publikationen aus dem Exil und ein Faksimile des einzigen in Deutschland erhaltenen Buches aus der Pariser Freiheitsbibliothek. 

Im Schillerhaus Oggersheim zeigen wir vom 1. Juni 2014 bis 20. Juli 2014 eine Ausstellung zu Heinrich Heine (DDR 1956), die wohl noch nie in der Bundesrepublik gezeigt wurde. Sie wird ergänzt durch Originallithographien der Künstlerin Rahel Szalit-Marcus († 1942, Auschwitz) zu Heines Hebräischen Melodien.