Die Deutsche Freiheitsbibliothek

Der Mantel der Geschichte

7. - 9. Mai Die Ausstellung wird aufgebaut

In den letzten Tagen wurde die Ausstellung aufgebaut.


 


 


10. Mai Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Ausstellungseröffnung

10.05.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen

„Dieses ist nicht nur interessant, sondern interessiert, und zwar außerordentlich und vielseitig, offen, belesen, informiert, unprätentiös, wesentlich, positiv, freundlich, geradeaus. Wo findet man sonst noch so eine Anhäufung von ausgeprägten Leuten?”(M.R.)
Dr. Regina Heilmann eröffnete unsere Ausstellung. Der Honorarkonsul der Republik Frankreich Folker R. Zöller schlug in seiner Rede einen spannenden Bogen, von der Deutschen Freiheitsbibliothek bis in die Gegenwart. Marita Hoffmann beleuchtete die Hintergründe der Ausstellung.
Dr. Magali Nieradka-Steiner führte die Anwesenden fundiert durch die Entstehungsgeschichte der Deutschen Freiheitsbibliothek.  
Gabriele und Dr. Erik Giersberg rezitierten die bisher unveröffentlichte Eröffnungsrede Alfred Kerrs vom 10. Mai 1934. Die Rezitation ist nicht nur aufgrund der Erstveröffentlichung ein Höhepunkt gewesen, sondern die Rede wurde abwechselnd in Deutsch und Französisch rezitiert. 
Liselotte Homering trug anschließend die Rede Alfred Kantorowicz's zum 1. Jahrestag des verbrannten Buches (10. Mai 1935) vor.
Die anschließende Podiumsdiskussion rundete die erfolgreiche Eröffnung ab. 
Die Besucher der Eröffnung verweilten anschließend lange im Café Arago bei Wein und französischen kulinarischen Leckereien. 
(Foto R. Sommer)

11. Mai Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Matinée 

11.05.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen


Wenige Stunden nach der Eröffnung freuten wir uns erneut,  sehr viele Besucher zu unser Matinée am Sonntagmorgen begrüßen zu dürfen.

Im Café  Arago starteten unsere Gäste bei Kaffee und Croissants fast wie in Paris in den Sonntag.

Der Mantel aus Positano - Alfred Kantorowicz wurde von Frau Monika-Margret Steiner gelesen, beeindruckend! 

Herr Joachim Hemmerle, begleitet von Frau Monika-Margret Steiner, sprach über seine persönlichen Erinnerungen an die unfreiwillige Emigration und auch an Alfred Kantorowicz - wir durften hier ein zeitgeschichtliches Dokument erleben.

14. Mai Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Vortrag

14.05.2014 | Ernst-Bloch-Zentrum Ludwigshafen


Am gestrigen Abend hatten wir im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe „Die Deutsche Freiheitsbibliothek“ Herrn Dr. Werner Treß von der Humboldt Universität Berlin zu Gast. 

 Das Ernst Bloch Zentrum, der Gastgeber des Abends, eröffnete den Abend mit einer informativen Führung durch dieses wunderschöne Haus.

Dr. Klaus Kufeld, Direktor des Ernst Bloch Zentrums, begrüßte die zahlreichen Gästen und Herrn Dr. Werner Treß in gewohnt eloquenter und Neugier weckender Weise.

Dr. Werner Treß beleuchte die Hintergründe der Bücherverbrennungen in Deutschland im Jahr 1933 und stellte regionale Bezüge illustrativ her. Die historischen Hintergründe und die Verantwortlichen für die Bücherverbrennungen wurden uns, gewürzt durch zahlreiche Anekdoten, aufgezeigt. Bei Kästner wurde z.B. gesagt, " es wird alles verbrannt außer Emil..."

Wussten Sie, dass nicht Göbbels der Treiber der Bücherverbrennungen war, sondern vielmehr Teile der deutschen Studenten die vielen einzelnen Aktionen der Bücherverbrennungen organisiert und getrieben hatten?!

Herr Dr. Treß referierte fast zwei Stunden, aber sein Vortrag verlor in keinem Moment den Spannungsbogen, wie es Dr. Klaus Kufeld zutreffend beschrieb. Anschließend stellte sich Herr Dr. Treß noch einer intensiven Diskussion mit den Anwesenden. 

Der Abend klang bei einem gemeinsamen (späten) Abendessen aus.

Die nächste Veranstaltung in unserem Programm wird wieder ein absolutes Highlight sein. Am 18.05.2014 ab 11.00 Uhr erwarten wir im Stadtmuseum in Ludwigshafen Herrn Dr. Wolfgang Kaiser (Berlin) als unseren Gast. Das Thema seines Vortrages lautet „Publizieren im Exil“. Anschließend laden wir in unsere Ausstellung und zum weiteren Austausch und kulinarischen Genuss in das Cafè Arago ein. 

Mit Dr. Wolfgang Kaiser haben wir einen bedeutenden Sammler von Exilliteratur und Bibliophilien für unsere Veranstaltungsreihe gewinnen können, der Garant für einen spannenden Vormittag ist.

18. Mai Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Matinée 

18.05.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen

Sonntag 18. Mai 2014, Ludwigshafen, 11.00 Uhr Kaiserwetter

Die Sonntagsmatinee der Initiative Buchkultur am heutigen Tage anlässlich des 80. Jahrestages der Deutschen Freiheitsbibliothek war auch gleichzeitig dem Internationalen Museumstag gewidmet. Dieser stand treffender Weise unter dem Motto „Sammeln verbindet“.

Der Podiumstisch und die Tische im Café Arago waren mit bibliophilien und kulinarischen Kostbarkeiten reich gedeckt.

Unser Gast Dr. Wolfgang Kaiser führte die Anwesenden durch dieses hochspannende wie auch hochkomplexe Sammelgebiet. Zu jedem Buch waren Hintergründe präsent, zum Inhalt, zum Autor und wie es sich für einen wahrhaften Sammler gehört, natürlich auch zum Erwerb. 

Plötzlich waren 90 Minuten vorüber und unser Gast endete nicht, sondern unterbrach seinen Vortrag, um anschließend im Café Arago bis ca. 14 Uhr seinem interessierten Publikum Rede und Antwort zu stehen. Natürlich im Sitzen auf unseren Bistrostühlen…

Der Initiative Buchkultur war es eine große Freude und Ehre, an diesem Tag unseren Zuhörern einen Gast präsentieren zu können, der wie wenige die Mottos der Deutschen Freiheitsbibliothek „Wir hüten Erbe und Zukunft“ und des internationalen Museumstages „Sammeln verbindet“ so authentisch und völlig unpreziös zu leben vermag. Herzlichen Dank, lieber Herr Dr. Wolfgang Kaiser für Ihren Beitrag und wir freuen uns schon auf eine Fortsetzung, wenn die gegenseitig gegebenen Versprechen „Mehr beim nächsten Mal...“ eingelöst werden. 

Bei der Initiative Buchkultur und ihren Gästen haben Sie am heutigen Tage viele neue Freunde gewonnen.

22. Mai Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Vortrag

22.05.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen


Am heutigen Abend hiess unser Thema "Es geht uns verflucht emigrantig …" Alfred Kerr im Exil. 

Wie schon bei der Eröffnung haben die Eheleute Giersberg unser Publikum auch heute emotional sehr bewegt. Im Rahmen ihres Vortrages schilderten sie sehr anschaulich anhand der Briefwechsel Kerr's mit Persönlichkeiten von Albert Einstein bis Rudolph Kommer, dass Exil eine wahrlich verzichtbare Erfahrung darstellt. 

Alfred Kerr, typisch spitzzüngig, schimpfte zu Recht, dass er "ausgebürgert" wurde und nur "lumpige 2.000 Mark" auf seinen Kopf ausgesetzt worden sind. Uns wurden die Stationen der "Reise" der Familie mit all ihren Tiefen aber auch den Höhen dargestellt.

Dieser Abend fügt einen wichtigen Mosaikbaustein in das Bild unserer Veranstaltungsreihe. Die Betrachtung der psychologischen Belastung der Exilanten ist neben der "großen" Politik ein interessanter Aspekt  und gibt einen sehr intimen Einblick in die persönlichen Schicksale der Betroffenen. Für Alfred Kerr waren es vor allem seine Kinder, die der Familie immer wieder Kraft gaben. "Papi, es ist herrlich ein Flüchtling zu sein", so kann man das Exil nur als Kind beschreiben. Judith Kerr (*1923) sagte diesen Satz als 11 jährige in Paris. Der sehr interessante Abend klang bei einem Glas Wein und angeregten Gesprächen im Café Arago aus.

 

23. Mai Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Vortrag

23.05.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen


"... zum kotzen langweilig" so beschrieb William Somerset Maugham (1874-1965) in seinem Roman "Auf Messers Schneide" Sanary-sur-Mer. 

Dr. Magali Nieradka-Steiner hat uns am heutigen Abend dieses Fleckchen als Hauptstadt der deutschen Literatur näher gebracht. Zwischen 1933 und 1939 saßen in Sanary in den zwei Cafés am Hafen Thomas Mann und Bruno Frank, Arnold Zweig und Lion Feucht­wanger, Ernst Toller und Bert Brecht, Alfred Kerr und Alfred Kantorowicz und viele andere berühmte und unbekannte Exilanten aus Deutschland zusammen. "Bisweilen war ein guter Teil der besten deutschen Literatur im Dorf" so beschrieb es Ludwig Marcuse (1894-1971). 

Unsere Referentin hat in ihren Ausführungen den zahlreichen Anwesenden einen authentischen Einblick in die damalige Situation in diesem "Fischernest" gegeben. Mit Frau Dr. Nieradka-Steiner konnten wir unserem Publikum erneut einen Höhepunkt präsentieren. Sie verfügt aufgrund ihrer eigenen intensiven Forschungen in Sanary-sur-Mer über eine exzellente Expertise, so dass keine Frage unbeantwortet blieb.  Thomas Mann wollte, wie er 1944 an Feuchtwanger schrieb, gern mal Goebbels die Aussicht in Sanary zeigen, "damit dieser sich gifte". 

Wir danken Frau Dr. Nieradka-Steiner für ihre "Führung", die uns mehr als nur die Aussicht zeigte...

31. Mai Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Vortrag

31.05.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen


"Es muss sich um wahrlich Interessierte handeln, welche an einem sehr schönen Samstag Nachmittag um 17 Uhr in das Stadtmuseum kommen, um sich einen Vortrag anzuhören" so eröffnete unsere heutige Referentin, Frau Prof. Dr. Deborah Kämper, ihren Vortrag. Natürlich hat sie damit Recht. Aber wir halten ihr entgegen, zugkräftig war das Thema und dessen Umsetzung!

"Wörter in Ihrer Zeit" so lautete der Titel unserer heutigen Veranstaltung. Frau Prof. Dr. Kämper lud uns ein zu einer interessanten Reise durch Wörterbücher und Enzyklopädien. Auf dieser Reise betrachteten wir Wörter wie Bücherverbrennung, Freiheit, Terror und Emigration. Die sehr heterogenen Darstellungsweisen dieser Wörter in dem jeweiligen historischen Kontext entlockte dem zahlreich erschienen Publikum nicht nur einmal ein Erstaunen oder ein überraschendes Lachen. 

Die anschließenden regen Gespräche der Zuschauer waren uns mal wieder ein Beleg dafür, den Nerv richtig getroffen zu haben. Nach über zwei Stunden klang dieser Nachmittag im Café Arago aus.  

Vorankündigung


 

Am morgigen Sonntag starten wir um 11 Uhr im Schillerhaus in Oggersheim mit unserer Heine Ausstellung. 

Wir freuen uns sehr, Herrn Prof. Dr. Josef A. Kruse aus Berlin als Eröffnungsredner begrüßen zu dürfen. 

01. Juni Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Eröffnung Heinrich Heine Ausstellung

01.06.2014 | Schillerhaus Oggersheim


So wünscht man es sich als Veranstalter, tolles Wetter, ein überfülltes Haus und einen hervorragenden Referenten. Wir hatten heute alles!!!

Prof. Dr. Kruse oder sollte man sagen Prof. Heine? Man könnte es mit Fug und Recht so formulieren. Prof. Dr. Kruse lebt seinen Heine und steckte uns heute alle mit seiner Begeisterung an. So gekonnt kann nur ein Könner seines Faches durch ein Kapitel deutscher und französischer Literatur- und Kulturgeschichte wandeln, Bogen schlagen, Anekdoten und eben die kleinen interessanten Dinge des Lebens in den großen Kontext setzen. Die Stunde war um und es fühlte sich wie der Moment an, der nie vergehen sollte. Wir sind uns sicher, dass viele unserer heutigen Gäste den Heine mal wieder zur Hand nehmen und versuchen werden, das eine oder andere von Heine neu zu entdecken.

Die Initiative Buchkultur bedankt sich bei den Mitstreitern des Schillerhauses in Oggersheim für die perfekte Organisation und die Unterstützung. Dank der liebenswerten Frau Göbel hat der Aufbau und die Eröffnung reibungslos funktioniert. Herzlichen Dank!

Die Ausstellung ist zu den Öffnungszeiten des Schillerhauses bis zum 20. Juli 2014 zu sehen, für Schulklassen und Gruppen bieten wir nach Vereinbarung gesonderte Führungen an. 

06. Juni Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Filmvorführung

06.06.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen

 

In unser heutigen Veranstaltung wurde der Protagonist der Deutschen Freiheitsbibliothek -Alfred Kantorowicz- gewürdigt. Wer könnte ihn besser würdigen als sein langjähriger und enger Freund Ralph Giordano. Nach sehr bewegenden Einführungsworten von Ralph Giordano, verlesen von Marita Hoffmann, zeigten wir den 1968 beim WDR produzierten Film "Oh gäb' es eine Fahne" über den Lebensweg des Alfred Kantorowicz.

Für diesen Film kehrte Alfred Kantorowicz gemeinsam mit dem Filmemacher Ralph Giordano an Stationen des Exils zurück, in das er als Jude und Kommunist von den Nazis getrieben worden war: Paris, Südfrankreich, New York.
Unsere Veranstaltung war wieder einmal sehr gut besucht und das trotz des herrlichen Wetters! Wir danken dem WDR für die Bereitstellung des Films.


13. Juni Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Vortrag

13.06.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen


Zahlreich war das Publikum heute wieder erschienen, um mehr über eine beeindruckende Frau von unserer Referentin Katrin Kirchner zu erfahren.

Bertha von Suttner

Ungewöhnlich baute unsere Referentin ihren Spannungsbogen vom Flugzeug bis zum Friedensnobelpreis auf und bannte damit das Publikum.

Bertha von Suttner war die erste Frau, welche den Friedensnobelpreis erhielt aber wer weiß schon, dass sie es war, die Alfred Nobel inspirierte, diesen Preis zu stiften. Sie aber zog es vor, eben nicht diesen Alfred Nobel zu heiraten, sondern gegen alle Konventionen ihrer Zeit einen jüngeren Mann, Arthur von Suttner zu heiraten. Mit ihm verband sie zeitlebens ihr Friedenswille und ihren Glauben an den technischen Fortschritt.

Das Buch "Die Waffen nieder"  - übrigens die Erstauflage erschien in Dresden - ist das bekannteste aber nur eines von vielen Werken dieser beindruckenden Frau. Das Buch wurde, obwohl 1889 erschienen, auch von den Nazi's 1933 verbrannt und verboten.

Katrin Kirchner ist es in exzellenter Weise gelungen, diese interessante Lebensgeschichte der Bertha von Suttner vor den Besuchern im Stadtmuseum lebendig werden zu lassen. Herzlichen Dank an unsere Referentin!

14. Juni Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Podiumsgespräch · Vortrag · Lesung


14.06.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen


Heute wurde es richtig literarisch.

Die Veranstaltung >Vertrieben aus dem Haus der Sprache? Stefan Zweig und Franz Werfel< - eine Idee des Mannheimer Hochschulpfarrers  Jürgen Weber -  ist eine Hommage an die beiden Literaten Zweig und Werfel. 

Die tiefe Verbundenheit Weber's zu diesen beiden Schriftstellern war den ganzen Abend spürbar. 

Die "Textausschnitte" wurden hervorragend von der beliebten Schauspielerin Helga Grimme, bekannt aus großen Rollen am Nationaltheater Mannheim, Stuttgart und München, vorgetragen. 

Neben diesem sehr emotional geprägten Aspekt wurde der Hintergrund von Zweig und Werfel und deren Sprache von "der Dritten im Bunde" Frau Prof. Dr. Deborah Kämper in gewohnt exzellenter Weise komplettiert.  Wieder einmal können wir sagen, dass es Frau Kämper gelungen ist, mit ihren Ausführungen zu einem wesentlich besseren Text- und Sprachverständnis beigetragen zu haben.

Unsere Veranstaltung war sehr gut besucht. Wir sind stolz, dass wir inzwischen ein Stammpublikum bei unseren Veranstaltungen begrüßen dürfen.

Jürgen Weber Helga Grimme Deborah Kämper

15. Juni Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Finissage

15.06.2014 | Stadtmuseum Ludwigshafen


Zum Ende unserer Ausstellung im Stadtmuseum in Ludwigshafen anlässlich des 80. Jahrestages der Deutschen Freiheitsbibliothek schlugen wir heute die Brücke in die Gegenwart. Musikalisch wurden wir heute erneut von Frau Maren Duncker am Fagott verwöhnt. Herr Andreas Marquet von der Walter A. Berendsohn Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur der Hamburger Universität war heute unser Referent.

Viele Leerstellen aber kaum Lehrstellen - so kann das Fazit seines Vortrages und auch das unserer Aktivitäten zu dem Thema Exil lauten. Es gibt noch viel zu forschen und damit zu entdecken, aber das Interesse hält sich in der breiten Gesellschaft in sehr engen Grenzen. Manchmal bekommt man das beklemmende Gefühl in Deutschland, es gibt noch viele Menschen mit einem schlechten Gewissen, die glauben mit Ignoranz dem Thema des Exils in der Nazizeit adäquater zu begegnen als mit der aktiven Auseinandersetzung. Herr Marquet stellte die Exilforschung von ihren Anfängen bis heute dar.

Dabei stellte er sich souverän dem kritisch-nachfragenden Publikum. Wir wünschen ihm mehr Aufmerksamkeit und Mittel für diese Themen.

Anschließend boten die Kuratoren den Anwesenden eine letzte Führung durch die Ausstellung.

Die Initiative Buchkultur hat ihr Ziel, die in Vergessenheit geratene Deutsche Freiheitsbibliothek und ihren 80. Jahrestag gebührend zu begehen, erreicht. Unsere hochkarätigen Referenten waren allesamt mit dem Herzen dabei und der Dank und die Anerkennung unseres Publikums ist Ihnen sicher. Anstatt Einzelne hervorzuheben, möchten wir an dieser Stelle auf die weiteren Veranstaltungen im Schillerhaus in Oggersheim verweisen. 

 

19.06.2014
Heinrich Heine. Poet – Kritiker – Jude
Vortrag Prof. Dr. Hans Otto Horch (Niederzier)


 

13.07.2014
„Ist das der blaue Himmel, den ich kannte?” Khalil Rostamkhani
Das Writers-in-Exile Programm des 
Deutschen PEN-Zentrums.
 Franziska Sperr (Starnberg), 
 Vizepräsidentin des PEN-Zentrums Deutschland


 

20.07.2014
Finissage Heine-Ausstellung
Deutschland. Ein Wintermärchen.
 Performance Hans-Karsten Raecke (Rheinsberg) 


 


 

19. Juni Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Vortrag

19.06.2014 | Schillerhaus Oggersheim


 

... ein kleiner Jude mit großem Bart - nein nicht unser heutiger Gast Prof. Dr. Horch, sondern Heine's Großvater wurde so beschrieben. Und als der Schüler Heinrich Heine das auf dem Schulhof preisgab, erlebte er, was es heißt, nicht abwaschbarer Jude zu sein. Der Lehrer prügelte ihn mit dem sinnbildlichen gelben Stock!

Unser Gast Prof. Dr. Hans Otto Horch zog trotz des herrlichen Fronleichnam Wetters viele Besucher in das Schillerhaus in Oggersheim. Im Rahmen seines Referats "Heinrich Heine: Poet - Kritiker - Jude" wurde uns Heine aus einer wissenschaftlich aber dennoch nicht trockenen Perspektive näher gebracht. Dank des umfassenden Wissens und Verständnisses unseres Gastes gelang es ihm, trotz der Fülle an Information das Publikum zu fesseln. Die im Anschluss erfolgte anregende Diskussion fand bei kühlen Getränken in diesem sehr schönen Haus statt. Prof. Dr. Horch stellte sich den Fragen des begeisterten Publikums. Diese Veranstaltung hat wieder einmal dazu beigetragen, dass der eine oder andere den Heine erneut zur Hand nimmt und sich von der Darstellung Prof. Dr. Horch's zum Lesen anregen lassen wird. Herzlichen Dank an die Besucher für ihr zahlreiches erscheinen und Prof. Horch für sein Kommen aus dem doch fernen Aachen.  

13. Juli Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Vortrag

13.07.2014 | Schillerhaus Oggersheim


 "...in Ruhe verschieden sein" - heute war Franziska Sperr (Starnberg) unser Gast. In ihrer Funktion als Vizepräsidentin und WRITERS IN EXILE Beauftragte des Deutschen PEN Zentrums hatten wir Gelegenheit, zu erfahren, wie es heutzutage um verfolgte Autoren bestellt ist. Auch heute gibt es (zu) viele Schriftsteller, welche in ihren Heimatländern von den politischen Machthabern verfolgt werden. 

Frau Sperr schilderte in ihren Erfahrungsberichten dem Publikum sehr ergreifend, wie alltäglich heute noch die Angst der Herrschenden vor dem Wort ist. Frau Sperr schlug für uns die Brücke in die Gegenwart im Rahmen unserer Veranstaltungsreihe anlässlich des 80. Jahrestages der Deutschen Freiheitsbibliothek. Damit ist ein wesentliches Ziel unseres Projektes erreicht worden!

 

Das deutsche Programm - WRITERS IN EXILE - ist weltweit einmalig. 8 Plätze kann das PEN Zentrum vergeben. Nur 8 Plätze muss man sagen, angesichts der bestehenden Notwendigkeiten, wenigstens 8 Plätze muss man sagen, angesichts der Tatsache, dass die Bundesrepublik Deutschland und das Deutsche PEN Zentrum die Einzigen auf der Welt sind, die Hilfe für Poets, Essayists, Novelists anbieten. 

20. Juli Die Deutsche Freiheitsbibliothek - Finissage

20.07.2014 | Schillerhaus Oggersheim

Zur Finissage unserer Heine-Ausstellung feiern wir das (vorläufige) Ende unseres Projektes ›Der Mantel der Geschichte. Die Deutsche Freiheitsbibliothek in Paris 1933 bis 1939‹ mit einer beeindruckenden Performance von Hans-Karsten Raecke.

   
 

Finissage Performance 

›Heinrich Heine: Deutschland. Ein Wintermärchen‹

Musikalisch-dramatischer Zyklus für präpariertes Masterkeyboard

von und mit 

Hans-Karsten Raecke

 

Tag:     Sonntag, 20. Juli 2014

Zeit:     16 Uhr

Hans-Karsten Raecke, der edle Recke, hatte keine Mühe gescheut, um heute unser Gast zu sein. Aus dem brandenburgischen Rheinsberg zurück nach Ludwigshafen kehrte er, um unseren Gästen seine Vertonung von Heines Wintermärchen aufzuführen. 

Raeckes eigene Vertonung mit gelegentlichen zeitgenössischen Einwürfen war ein Genuss und eine Uraufführung zugleich, denn er führte in dem wunderschönen Garten des Schillerhauses Oggersheim sein Kunstwerk auf. Unseren Gästen ein großes Kompliment, trotz gelegentlicher Regenspritzer verfolgten sie die Darbietung mit Spannung und Amüsement und ohne Unterbrechung. Man kann mit Fug und Recht behaupten, Raeckes Heine ist einmal was ganz anderes und öffnet den Blick für Heine. Ihm ist es gelungen, uns allen den "Harry" Heine ein Stück näher zu bringen. Für alle die nicht da waren, die Performance kann man auch auf CD erhalten. Prädikat "unbedingt empfehlenswert". Warten Sie mit Ihrem Kauf nicht zu lange, die (zu) wenigen Exemplare, die heute angeboten wurden, waren restlos ausverkauft! 

E-Mail genügt: Raecke.Klangwerkstatt@t-online.de

Dank Hans Karsten Raecke fand unsere Veranstaltungsreihe einen würdigen Abschluss. Wir möchten uns auch an dieser Stelle bei allen Referenten, Leihgebern und natürlich bei unserem Publikum bedanken. Sie alle haben ihren Beitrag geleistet, dass die Veranstaltungsreihe  ›Der Mantel der Geschichte. Die Deutsche Freiheitsbibliothek in Paris 1933 bis 1939‹ ein voller Erfolg geworden ist. Sie alle waren Teilnehmer an der ersten und einzigen weltweiten Würdigung der  Deutsche Freiheitsbibliothek in Paris 1933 bis 1939.